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KI für Juristen in der Schweiz:
OR, ZGB und SchKG statt BGB

Das Schweizer Anbieterfeld ist ein eigenes — Legalis, Swisslex, Weblaw, Justement, Legartis und ein Dutzend Legal-AI-Anbieter, dazu Legora, Harvey und Noxtua.
Und die Pflichten, die vor dem ersten Prompt stehen: Art. 13 BGFA, Art. 321 StGB und das revidierte Datenschutzgesetz.

Artikel aus OR, ZGB, ZPO und SchKG mit Gesetzestext im Chat
Kostenloser Einstieg, kein Abo nötig
Juristin am Arbeitsplatz mit aufgeschlagenem Gesetzbuch und Smartphone, ruhiges Tageslicht

Die kurze Antwort

Der Markt für KI für Juristen in der Schweiz teilt sich in drei Gruppen: etablierte Rechtsdatenbanken, spezialisierte Legal-AI-Anbieter und allgemeine Sprachmodelle. Tauglich ist ein Werkzeug nicht ab einem Funktionsumfang, sondern ab drei Nachweisen: Schweizer Rechtsquellen statt deutscher, eine belastbare Antwort auf das Berufsgeheimnis nach Art. 13 Abs. 1 BGFA und Art. 321 Ziff. 1 StGB — dessen Verletzung ist ein Antragsdelikt mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren — und ein Einstieg ohne Mindestlizenz.

Legal Tech Schweiz · Stand 3. September 2026

Der Schweizer Markt: wer hier tatsächlich antritt

Weder die deutsche noch die österreichische Anbieterliste gilt hier. Das Feld ist vollständig ausgetauscht.

Wer eine Empfehlung aus einem deutschen Fachbeitrag übernimmt, prüft in der Schweiz die falschen Namen. Hier stehen andere Häuser: die gewachsenen Rechtsdatenbanken, ein Verlagshaus mit eigener Recherche, eine auffällig grosse Zahl junger Legal-AI-Anbieter mit Schweizer Herkunft — und daneben die drei internationalen Systeme, die derzeit in jeder Marktbeobachtung auftauchen.

Die folgende Übersicht ordnet die Anbieter nach Gruppen und stellt daneben eine einzige, nachprüfbare Zahl: wie oft der Markenname selbst in der Schweiz gesucht wird. Das ist ein Nachfragesignal, kein Qualitätsurteil und kein Marktanteil — aber es ist gemessen statt behauptet, und es zeigt die Grössenverhältnisse in diesem Markt deutlicher als jede Aufzählung von Funktionen.

Anbieter Domain Gruppe Markensuchen je Monat (Schweiz)
Legalis legalis.ch Rechtsdatenbank 12'100
Swisslex swisslex.ch Rechtsdatenbank 9'900
Justement justement.ch Rechtsdatenbank 260
Weblaw weblaw.ch Verlag und Recherche 1'300
Jusletter jusletter.ch Verlag und Recherche 720
Legartis legartis.ai Legal AI Schweiz 260
Silex Legal silex.legal Legal AI Schweiz 320
recht-intelligent recht-intelligent.ch Legal AI Schweiz 50
RechtsKI rechtski.ch Legal AI Schweiz 30
Libratech libratech.ai Legal AI Schweiz 20
Anita Legal anita.legal Legal AI Schweiz 10
Casus getcasus.com Legal AI Schweiz unter der Meldeschwelle
FragMeisterJuristen fragmeisterjuristen.ch Legal AI Schweiz unter der Meldeschwelle
DeepCloud deepcloud.swiss Legal AI Schweiz nicht erhoben
Legora legora.com International 1'000
Noxtua noxtua.ai International 1'000
Harvey harvey.ai International 480

Was die Anbieter selbst über sich sagen. Zwei der jungen Schweizer Systeme beschreiben ihre Zielgruppe ausdrücklich: RechtsKI bezeichnet sich als „Legal AI für Schweizer Anwälte, KMU & Private", Silex Legal als „Juristische KI für Anwälte in der Schweiz" (jeweils Anbieterangabe auf der eigenen Website). Zu fragmeisterjuristen.ch ist berichtet, dass die Plattform aus dem Umfeld der Law School der Universität St. Gallen stammt; nachgeprüft haben wir das nicht. Zu Funktionsumfang, Datenbearbeitung und Konditionen der übrigen Anbieter machen wir hier bewusst keine Angaben: Was wir nicht selbst erhoben haben, steht nicht auf dieser Seite.

Ein Nebenbefund, der die Marktlage beschreibt. Die Marken werden gesucht, ihre Alternativen nicht. Zu „Swisslex Alternative", „Legora Alternative" und „Noxtua Alternative" meldet dieselbe Erhebung für die Schweiz jeweils null Suchen. Wer hier ein Werkzeug sucht, sucht also noch nicht nach dem Ersatz eines bestimmten — der Markt ist jung, und die meisten Kanzleien stehen vor der ersten Entscheidung, nicht vor der zweiten.

Und ein Hinweis auf einen Nachbarn, nicht auf einen Wettbewerber. Auf Platz 2 der Google-Ergebnisse zu „KI für Juristen Schweiz" stand bei unserer Erhebung kein Produkt, sondern ein Fachbeitrag des Schweizerischen Anwaltsverbands zur KI-Nutzung im Anwaltsberuf. Das Thema wird in der Schweiz derzeit stärker publizistisch als produktseitig besetzt — ein Grund mehr, die berufsrechtliche Frage vor der Werkzeugfrage zu klären.

Zur Zahl in der Tabelle: Google-Ads-Suchvolumen für die Schweiz (Standort Schweiz, Sprache Deutsch), erhoben am 2. September 2026 über DataForSEO. „Unter der Meldeschwelle" heisst, dass die Quelle für den Markennamen kein Volumen ausweist; „nicht erhoben" heisst, dass der Name nicht Teil der Abfrage war. Preise stehen bewusst in keiner Spalte: Für den Schweizer Markt liegt uns keine eigene Preiserhebung vor, und eine aus Fremdquellen zusammengetragene Preistabelle wäre eine vergleichende Werbeaussage ohne belastbare Grundlage (Art. 3 Abs. 1 lit. e UWG). Massgeblich ist stets die Angabe des jeweiligen Anbieters; die Anbieterseiten sind unten verlinkt.

Jurisdiktion

Warum eine deutsche Jura-KI für Schweizer Mandate nicht genügt

Nicht eine Frage der Genauigkeit, sondern der Rechtsordnung.

Ein System, das überwiegend auf deutschem Material trainiert und mit deutschen Quellen angereichert ist, beantwortet eine Schweizer Frage nicht ungenauer — es beantwortet eine andere Frage. Der Unterschied beginnt beim Gesetzbuch und endet beim Rechtsbehelf: Wo in der Schweiz eine Anfechtung bei der Schlichtungsbehörde läuft, sucht ein deutsch trainiertes System nach einem Widerspruch; wo hier ein Rechtsvorschlag genügt, schlägt es ein anderes Verfahren vor. Die folgende Gegenüberstellung nennt die deutschen Begriffe nur als Kontrastfolie — sie zeigt, an welchen Stellen ein falsch verortetes System nicht rundet, sondern danebengreift.

Ebene In der Schweiz massgeblich Was ein deutsch verortetes System stattdessen liefert
Zivilrechtliche Kodifikation ZGB (SR 210) und OR (SR 220) als eigenständige Erlasse ein einziges BGB
Geldforderung durchsetzen Betreibung nach SchKG: Zahlungsbefehl, Rechtsvorschlag, Rechtsöffnung Mahnverfahren
Bonitätsauskunft Betreibungsregisterauszug, ZEK, CRIF SCHUFA
Beendigung des Arbeitsverhältnisses missbräuchliche Kündigung nach OR, Einsprache und anschliessende Klage Kündigungsschutzklage
Kündigung der Wohnung Anfechtung bei der Schlichtungsbehörde, Erstreckung des Mietverhältnisses Widerspruch wegen Eigenbedarf
Zivilverfahren ZPO (SR 272), vorgelagert das Schlichtungsverfahren ein anders geschnittener Instanzenzug ohne dieses Vorverfahren
Berufsgeheimnis Art. 13 BGFA, strafbewehrt durch Art. 321 StGB eine Grundlage, die nicht im Strafgesetzbuch steht
Datenschutz revidiertes DSG (SR 235.1) seit 1. September 2023, Aufsicht: EDÖB ausschliesslich das europäische Regime
Amtliche Primärquelle Systematische Rechtssammlung auf Fedlex, mit SR-Nummer und Stand ein Quellensystem, das Schweizer Recht nicht führt

Die erste Prüffrage an ein System lautet deshalb nicht „Wie gut formuliert es?", sondern: Nennt es eine Artikelnummer aus einem Schweizer Erlass, und lässt sich diese Fundstelle in der Systematischen Rechtssammlung aufschlagen? Ein System, das auf eine Kündigungsfrage mit einer deutschen Vorschrift antwortet, hat nicht gerundet.

Berufsrecht und Datenschutz

Art. 321 StGB und Art. 13 BGFA als Auswahlkriterium

Sechs Fragen, die vor dem ersten Prompt beantwortet sein sollten — jede an eine Norm gebunden.

Der Schweizer Massstab ist schärfer, als er in der Diskussion oft erscheint: Das Berufsgeheimnis ist hier nicht bloss eine Standespflicht, sondern eine Strafnorm. Wer ein Werkzeug auswählt, beantwortet deshalb zuerst sechs Fragen — und keine davon betrifft den Funktionsumfang.

Frage vor dem ersten Prompt Norm Was eine ausreichende Antwort enthält
Was passiert mit dem, was ich eingebe? Art. 13 Abs. 1 BGFA · Art. 321 Ziff. 1 StGB Das Berufsgeheimnis gilt zeitlich unbegrenzt und gegenüber jedermann. Seine Verletzung ist ein Antragsdelikt mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Solange die Weitergabe an ein Werkzeug nicht schriftlich geregelt ist, gehören mandatsbezogene Angaben nicht in den Prompt — abstrakte, anonymisierte Fragen sind davon nicht betroffen.
In welches Land gehen die Daten? Art. 16 Abs. 1 DSG · Anhang 1 DSV Die Bekanntgabe ins Ausland ist zulässig, wenn der Bundesrat für den Empfängerstaat einen angemessenen Schutz festgestellt hat. Anhang 1 der Datenschutzverordnung führt Deutschland an erster Stelle; alle EU- und EWR-Staaten stehen einzeln darin. Für die USA gilt die Liste nur für Organisationen, die nach dem Datenschutzrahmen Schweiz–USA zertifiziert sind.
Und wenn der Staat nicht auf der Liste steht? Art. 16 Abs. 2 lit. a–e DSG Dann braucht es eines von fünf Instrumenten, etwa Datenschutzklauseln in einem Vertrag, die dem EDÖB vorgängig mitgeteilt wurden, oder vom EDÖB genehmigte Standarddatenschutzklauseln. Diese Frage betrifft ausdrücklich auch jeden Unteranbieter, den das Werkzeug im Hintergrund einsetzt.
Muss ich meine Klientschaft informieren? Art. 19 Abs. 1, 2 und 4 DSG Mitzuteilen sind mindestens Identität und Kontaktdaten der verantwortlichen Person, der Bearbeitungszweck und gegebenenfalls die Empfängerinnen und Empfänger. Gehen Personendaten ins Ausland, ist zusätzlich der Empfängerstaat zu nennen — nicht „ein Rechenzentrum in Europa", sondern der Staat.
Gilt das Schweizer Recht überhaupt für einen Anbieter im Ausland? Art. 3 Abs. 1 DSG · Art. 14 Abs. 1 lit. a–d DSG Ja. Das Gesetz gilt für Sachverhalte, die sich in der Schweiz auswirken, auch wenn sie im Ausland veranlasst werden. Eine Vertretung in der Schweiz muss ein ausländischer Anbieter dagegen nur bezeichnen, wenn alle vier Voraussetzungen von Art. 14 Abs. 1 DSG zusammentreffen — darunter eine umfangreiche, regelmässige Bearbeitung mit hohem Risiko für die Persönlichkeit.
Was, wenn es schiefgeht? Art. 49 Abs. 1 · Art. 51 Abs. 1 und 2 · Art. 61 lit. a DSG Aufsichtsbehörde ist der EDÖB. Er eröffnet von Amtes wegen oder auf Anzeige hin eine Untersuchung und kann verfügen, dass eine Bearbeitung angepasst, unterbrochen oder abgebrochen wird und Daten gelöscht werden; die Bekanntgabe ins Ausland kann er aufschieben oder untersagen. Die Strafnorm richtet sich gegen die verantwortliche natürliche Person: Busse bis CHF 250'000, auf Antrag und nur bei Vorsatz.

Zwei Punkte, die in dieser Aufstellung leicht untergehen. Erstens schützt das revidierte Datenschutzgesetz nur noch Personendaten natürlicher Personen (Art. 2 Abs. 1 DSG) — Daten juristischer Personen fallen anders als unter dem alten Recht nicht mehr darunter. Für eine Rechtsabteilung verschiebt das die Prüfung: Nicht jede Vertragsakte ist eine Datenschutzfrage, aber jede Personalie ist eine. Zweitens steht Ihrer Klientschaft das Auskunftsrecht nach Art. 25 DSG zu — kostenlos, in der Regel innerhalb von 30 Tagen, und darauf verzichten kann niemand im Voraus (Art. 25 Abs. 5 und 6 DSG). Wer die Auskunft verweigert, muss angeben, weshalb (Art. 26 Abs. 4 DSG); Art. 26 Abs. 1 DSG nennt den Schutz eines Berufsgeheimnisses ausdrücklich als möglichen Grund.

Und der Punkt, den kein Werkzeug übernimmt: die Haftung. Ihre Berufshaftpflicht muss nach Art. 12 lit. f BGFA mindestens eine Million Franken pro Jahr decken. Ein Rechercheergebnis deckt nichts. Die Verantwortung für jede juristische Aussage bleibt dort, wo sie versichert ist.

Funktionsweise

Vom Sachverhalt zur einschlägigen Bestimmung

Was das System tut — und in welcher Form Sie das Ergebnis bekommen.

Sie schildern einen Sachverhalt in natürlicher Sprache, ohne Suchsyntax und ohne Vorauswahl des Rechtsgebiets. Das System ordnet ihn nach Schweizer Recht ein und nennt die einschlägigen Artikel aus OR, ZGB, ZPO und SchKG — mit Artikelnummer und Gesetzestext direkt im Chat. Der Gesetzestext öffnet sich dabei in einem Blatt innerhalb der Anwendung; eine Verlinkung nach Fedlex ist damit nicht verbunden, und wir versprechen sie auch nicht. Wo Rechtsprechung vorliegt, wird sie genannt — teils kantonale Entscheide, teils Bundesgericht.

Über den fachlichen Einstieg antwortet das System kollegial statt erklärend: mehr Rechtsprechung, keine Laienerläuterung, keine Rückübersetzung von Fachbegriffen. Eine Antwort entsteht nicht in Sekunden — rechnen Sie mit wenigen Minuten, in denen das System Bestimmungen sucht, Entscheide auswertet und die Einordnung formuliert. Für eine Frage, deren Beantwortung sonst eine Viertelstunde Volltextsuche kostet, ist das ein realer Gewinn; für einen Zwischenruf im Mandantengespräch ist es zu langsam. Beides gehört gesagt.

Stellen Sie eine abstrakte Frage aus Ihrer Praxis — etwa: „Welche Frist gilt für die Anfechtung einer Kündigung des Mietverhältnisses, und wo ist sie einzureichen?" Der fachliche Chat startet ohne Anmeldung.

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Zuständigkeit

Bund oder Kanton — was hier wo entschieden wird

Kurz, weil es für Berufsträger eine Selbstverständlichkeit ist. Aber es ist die Achse, an der sich Schweizer Recht von jedem Nachbarsystem unterscheidet.

Bundesrecht ist der Massstab, kantonal ist die Aufsicht. Das Berufsgeheimnis (Art. 13 BGFA, Art. 321 StGB) und das Datenschutzgesetz gelten schweizweit einheitlich. Die Aufsicht über die Anwältinnen und Anwälte führt dagegen jeder Kanton selbst (Art. 5 und Art. 14 BGFA) — mit einer Konsequenz, die dabei gern übersehen wird: Eine Disziplinarmassnahme wird kantonal angeordnet, ein befristetes Berufsausübungsverbot wirkt aber gesamtschweizerisch (Art. 17 Abs. 1 und Art. 18 Abs. 1 BGFA). Der Sanktionsrahmen reicht von der Verwarnung über eine Busse bis CHF 20’000 bis zum dauernden Verbot; das befristete Verbot gilt für längstens zwei Jahre.

Für den Datenschutz verläuft die Linie anders: Der EDÖB beaufsichtigt die bundesrechtlichen Datenschutzvorschriften (Art. 4 Abs. 1 DSG). Wer in einer kantonalen oder kommunalen Verwaltung arbeitet, misst dieselbe Frage deshalb zusätzlich am kantonalen Datenschutzrecht mit eigener Aufsicht — eine Einschätzung, die auf Bundesebene trägt, trägt dort nicht automatisch.

Und für die eigene Aussendarstellung: Wenn Sie den Einsatz von KI gegenüber der Klientschaft oder in der Akquisition kommunizieren, bleibt Art. 12 lit. d BGFA der Rahmen — Werbung ist zulässig, „solange diese objektiv bleibt und solange sie dem Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit entspricht".

Einsatzbild

Vier Ausgangslagen, vier verschiedene Fragen

Einzelkanzlei und kleine Kanzlei

Ihr Engpass ist nicht die Datenbank, sondern die Breite: Ein Mandat aus einem Rechtsgebiet ausserhalb des Schwerpunkts kostet unverhältnismässig viel Zeit im Einstieg. Hier zählt, dass ein Werkzeug ohne Rahmenvertrag, ohne Mindestlizenz und ohne Einführungsprojekt nutzbar ist — und dass Sie es fallweise einsetzen können, ohne eine Fixkostenposition zu schaffen.

Mittlere Kanzlei

Sobald mehrere Personen dasselbe Werkzeug nutzen, ist die Frage keine der Auswahl mehr, sondern eine der Organisation: Welche Anwendungen sind freigegeben, welche Angaben gehören nie in einen Prompt, wer entscheidet über neue Werkzeuge. Das Prüfraster oben ist als Grundlage einer solchen internen Regelung gedacht — mit den Normen daneben, damit die Regelung begründet ist und nicht bloss angeordnet.

Rechtsabteilung

Für Sie ist Art. 3 Abs. 1 DSG der wichtigste Satz des ganzen Erlasses: Das Gesetz gilt für Sachverhalte, die sich in der Schweiz auswirken, auch wenn sie im Ausland veranlasst werden. Ein Anbieter ohne Sitz in der Schweiz ist also nicht ausserhalb des Massstabs — er ist nur schwerer greifbar. Ob er zusätzlich eine Vertretung in der Schweiz bezeichnen muss, entscheidet Art. 14 Abs. 1 DSG mit vier kumulativen Voraussetzungen.

Öffentliche Verwaltung

Der EDÖB beaufsichtigt die bundesrechtlichen Vorschriften (Art. 4 Abs. 1 DSG). Auf kantonaler und kommunaler Ebene gilt das jeweilige kantonale Datenschutzrecht mit eigener Aufsicht. Wer dort ein Werkzeug einführt, prüft deshalb zwei Ebenen — und findet die Antwort für die zweite nicht in diesem Text, sondern in der Gesetzessammlung des eigenen Kantons.

Grenzen

Wo Anwalt GURU nicht das richtige Werkzeug ist

Diese Liste steht hier, weil sie zur Sache gehört — nicht ins Kleingedruckte.

Dafür geeignet

  • abstrakte, anonymisierte Erstrecherche zu einer Frage des Schweizer Rechts
  • schneller Einstieg in ein Rechtsgebiet ausserhalb des Schwerpunkts
  • Auffinden der einschlägigen Bestimmungen als Startpunkt einer Prüfung
  • Gegencheck einer bereits entwickelten Argumentationslinie
  • Einordnung, ob eine Frage überhaupt eine vertiefte Recherche rechtfertigt

Dafür nicht

  • Kommentarliteratur und Verlagsinhalte — dafür stehen die etablierten Rechtsdatenbanken
  • eine vollständige Abdeckung der kantonalen und eidgenössischen Rechtsprechung
  • Vertragsanalyse und Vertragsautomation im Kanzleiablauf
  • mandatsbezogene Angaben ohne schriftlich geregelte Bearbeitung
  • die ungeprüfte Übernahme einer Fundstelle in eine Rechtsschrift

Der ehrlichste Satz zu diesem Markt lautet: Kein KI-System ersetzt die Literaturebene. Wer die herrschende Lehre zu einer Streitfrage braucht, braucht einen Kommentar — und der liegt in einer der etablierten Schweizer Rechtsdatenbanken. Was ein spezialisiertes Werkzeug leistet, ist die Verkürzung des Wegs bis dorthin: von der Frage zur einschlägigen Bestimmung und, wo vorhanden, zum passenden Entscheid. Das ist ein realer Effizienzgewinn. Es ist ein anderer als der, den Anbieterprospekte versprechen.

FAQ

Häufige Fragen zu KI für Juristen in der Schweiz

Welche Rechtsquellen deckt Anwalt GURU für die Schweiz ab?

Das System sucht in den Bundesgesetzen und nennt die einschlägigen Artikel aus OR, ZGB, ZPO und SchKG mit Artikelnummer und Gesetzestext direkt im Chat. Wo Rechtsprechung vorliegt, wird sie genannt — teils kantonale Entscheide, teils Bundesgericht. Eine vollständige Abdeckung der Judikatur ist damit ausdrücklich nicht gemeint: Verlassen Sie sich nicht darauf, dass zu jeder Frage ein Entscheid gefunden wird. Kommentarliteratur ist nicht enthalten.

Wie verhält sich der Einsatz zum Berufsgeheimnis?

Das Berufsgeheimnis nach Art. 13 Abs. 1 BGFA gilt zeitlich unbegrenzt und gegenüber jedermann; die Verletzung ist nach Art. 321 Ziff. 1 StGB ein Antragsdelikt mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Der Massstab ist damit strafrechtlich, nicht bloss standesrechtlich. Praktische Folge: Solange die Bearbeitung durch ein Werkzeug nicht schriftlich geregelt ist, gehören mandatsbezogene Angaben nicht in den Prompt. Für abstrakte, anonymisierte Fragen — die Einordnung einer Rechtsfrage, das Auffinden der einschlägigen Bestimmungen, der Gegencheck einer Argumentationslinie — stellt sich diese Frage nicht.

Wo werden die Daten bearbeitet?

Dauerhaft gespeichert wird ausschliesslich innerhalb der EU; die KI-Verarbeitung läuft bevorzugt in Deutschland, sonst in einem anderen Rechenzentrum in der EU und nur ausnahmsweise flüchtig über einen Endpunkt ausserhalb der EU. Für die Bekanntgabe nach Deutschland braucht es keine Zusatzgarantie: Anhang 1 der Datenschutzverordnung führt Deutschland an erster Stelle der Staaten mit angemessenem Datenschutz auf (Art. 16 Abs. 1 DSG). Dass wir den Empfängerstaat überhaupt nennen, ist eine Pflichtangabe nach Art. 19 Abs. 4 DSG und kein Gütesiegel; die Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Gibt es Mindestlizenzen oder eine Mindestlaufzeit?

Nein. Es gibt keine Mindestzahl an Lizenzen, keine Mindestlaufzeit und keinen Rahmenvertrag, den Sie vorher unterschreiben müssten; ein Abo ist nicht nötig. Die ersten Fragen sind gratis und ohne Anmeldung, danach brauchen Sie ein Konto oder die App. Beträge nennen wir auf dieser Seite bewusst nicht: Der Web-Checkout rechnet in Euro ab, und massgeblich ist der Betrag, den Sie unmittelbar vor dem Kauf sehen.

Ersetzt das eine Rechtsdatenbank wie Swisslex oder Legalis?

Nein, und diese Antwort ist nicht bescheiden gemeint, sondern präzise. Die etablierten Schweizer Rechtsdatenbanken tragen die Literatur- und Kommentarebene über dem Gesetzestext; ein System, das auf Gesetzen und Entscheiden aufsetzt, kann die herrschende Lehre zu einer Streitfrage nicht liefern. Anwalt GURU verkürzt den Weg von der Frage zur einschlägigen Bestimmung — der Weg von dort zur belastbaren Auslegung bleibt derselbe.

Wie zitierfähig sind die Ergebnisse?

Behandeln Sie jedes Ergebnis als Rechercheergebnis, nicht als Fundstellenbeleg. Der Chat zeigt Artikelnummer und Gesetzestext in einem Blatt innerhalb der Anwendung an; er verlinkt nicht nach Fedlex. Die verbindliche Fassung steht in der Systematischen Rechtssammlung des Bundes, und dorthin gehört jede Fundstelle, bevor sie in eine Rechtsschrift wandert — samt der Prüfung, ob ein zitierter Entscheid tatsächlich das behauptete Thema betrifft und von welchem Gericht er stammt.

Quellen & rechtliche Grundlagen

Stand: 3. September 2026. Diese Seite gibt einen Überblick über den Schweizer Markt für juristische KI-Werkzeuge und über die berufs- und datenschutzrechtlichen Fragen, die vor ihrem Einsatz stehen. Anwalt GURU ist keine Anwaltskanzlei und übernimmt keine Parteivertretung vor Gericht. Funktionsumfang und Konditionen der genannten Anbieter ändern sich; massgeblich ist stets die Angabe des jeweiligen Anbieters zum Zeitpunkt Ihrer Anfrage. Für die berufsrechtliche Beurteilung eines konkreten Einsatzes ist die Aufsichtsbehörde Ihres Kantons die zuständige Stelle. Wer wir sind und wie diese Seiten entstehen, steht unter Über uns; die Angaben zur Datenbearbeitung stehen in der Datenschutzerklärung.

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